Mythen rund um Rasen

Zum Thema Rasen gibt es immer wieder eine Vielzahl von Legenden, die man häufig noch hört, die für die Rasenpflege aber längst nicht mehr zeitgemäß oder überholt sind. Einige Tipps können wir problemlos von unseren Vorfahren übernehmen, da sie klug und richtig sind.

Mithilfe unserer über 45 jährigen Erfahrung mit Naturrasen können wir jedoch viele der Ratschläge widerlegen:

Mythos: Wässern in der Mittagszeit

Da die Gräser fast senkrecht stehen und im Verhältnis gesehen nur eine geringe Fläche bilden, perlt das Wasser ab. Eine Verbrennungsgefahr durch den sog. Brennglaseffekt besteht nicht. Blumen mit großen Blättern sollten bei hochstehender Sonne nicht gegossen werden, da auf deren Blättern Wassertropfen verbleiben. Diese bündeln das Sonnenlicht und bewirken punktuelle Verbrennungen.

Mythos: Torf bei der Rasenerneuerung säuert den Boden sehr stark

Torf hat eine saure Bodenreaktion, soweit korrekt. Bei Rasenerneuerungen empfehlen wir eine Abdeckung der Saat mit Torf in einer Schichtstärke von 2 – 3 mm. Der Grund: Torf speichert Feuchtigkeit und ist ein guter Feuchtigkeitsindikator. Wird der Torf hell, sollte erneut beregnet werden. Die von uns empfohlene sehr geringe Menge Torf hat – wenn überhaupt - nur einen geringfügigen Einfluss auf den pH-Wert des Bodens.

Mythos: Kalk hilft gegen Moos und jeden Herbst sollte gekalkt werden

Einige Moosarten benötigen für ihre Verbreitung saure Böden. Hier soll Kalk entgegenwirken. Kalk hebt zwar den pH-Wert und macht den Boden weniger sauer, aber es gibt auch viele kalkliebende Moosarten, die dann umso besser wachsen. Grundsätzliches Kalken in jedem Herbst kann den pH-Wert so ungünstig verändern, dass das Gräserwachstum nachlässt. Gräser bevorzugen pH Werte zwischen 5,5 und 7,0, da in diesem Rahmen die für die Pflanzen wichtigsten Nährstoffe am besten verfügbar sind. Aus diesem Grund sollte ein Rasen nur nach einer vorhergegangenen pH Wert Untersuchung gekalkt werden. Liegt der Wert über 7,0 sollte auf das Kalken verzichtet werden.

Mythos: Neuangelegter Rasen soll / muss im Ansaatjahr nicht gedüngt werden

Gerade ein junger Rasen benötigt eine ausreichende Nährstoffversorgung mit optimal zusammengesetzten Rasendüngern. Wenn ein Rasen Starterdünger verwendet wurde (z.B. Basic Start), sollte bereits 6 Wochen nach der Aussaat wieder ein Langzeit Rasendünger (z.B. Olympia Plus P56) ausgebracht werden. Danach sollte bei nachlassendem Gräserwachstum und einer eventuellen gelblichen Verfärbung der Gräser erneut gedüngt werden. Eine Abschlussdüngung im Herbst mit einem kaliumbetonten Dünger (z.B. Basic NK) macht die Gräser gegen Frost und Krankheiten resistenter.

Mythos: Mulchen (Liegenlassen des Rasenschnitts) ersetzt weitere Düngungen komplett

Mulchen allein genügt nicht zur Nährstoffversorgung des Rasens, denn maximal ¼ der für ein vitales Gräserwachstum benötigten Stickstoffmenge, wird durch liegengebliebenes Schnittgut an die Gräser zurückgeführt. Wird der Rasen beim Mulchen nicht ausreichend häufig gemäht, führt liegenbleibendes Schnittgut eher zu einer verstärkten Filzbildung, nachlassender Vitalität und Trockenheitsresistenz der Gräser. Dies ist nicht der Fall, bei einem Rasenroboter, z.B. EUROGREEN Mähroboter CutCat, der durch kontinuierlichen Schnitt stets geringe Mengen Schnittgut in die Grasnarbe zurückführt.

Mythos: Rasensamen sollte nach der Ausbringung festgetreten oder angewalzt werden

Wenn das Saatgut nach der Ausbringung mit Brettern unter den Füßen oder einer Walze angedrückt wird, benötigt es bis zu einer Woche länger um in der sehr festen Erdschicht zu keimen. Aus diesem Grund empfehlen wir lediglich, das Saatgut leicht in den Boden einzuarbeiten oder bei Rasenerneuerungen dünn mit Torf abzudecken. Sollte der Boden vor der Einsaat sehr locker sein, empfehlen wir zuvor zu walzen und durch Aufrechen der oberen Bodenschicht ein Saatbett zu erstellen. Das Saatgut wird dann wiederum nur leicht in den Boden eingeharkt. Das Anwalzen auf Böschungen oder geneigten Grundstücken kann bei stärkeren Regenfällen sogar zum Abschwemmen des Saatgutes führen. Eingeharktes Saatgut hingegen fängt sich in einem solchen Fall in den durchs Rechen entstandenen feinen Rillen.

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